Ich bin nicht schuld

Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, hat bei Twitter einen Kommentar aus dem ZDF heute journal zu den ausgedehnten Bränden des brasilianischen Regenwaldes veröffentlicht.

Hier geht’s zum Beitrag: https://twitter.com/heutejournal/status/1166434068776534022?s=09

Es ist erschreckend, wo es überall in der Welt brennt, im wörtlichen Sinne, und wie viel Wald dadurch zu Asche geworden ist und noch wird. In Sibirien hat Putin es ja auch brennen lassen …

Aber noch erschreckender ist die Ignoranz in der westlichen Welt, bei uns Deutschen. Man lese die Kommentare zu Volker Angres‘ Beitrag.

Wir ach so aufgeklärten und gebildeten Menschen glauben an Verschwörung, Lügen der öffentlich-rechtlichen Medien und haben Angst, man könne uns etwas wegnehmen. Vielleicht schaffen es die meisten meiner Generation (50+), ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und dort zu halten bis sie sterben, aber was für eine Welt hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?

Wir müssen etwas tun, damit der Klimawandel nicht noch schneller voranschreitet und die Erde irgendwann (eher früher als später bei dieser geballten Ignoranz und Dummheit) kollabiert, weil die grüne Lunge der Welt nur noch aus Rinderweiden und Sojaanbauflächen besteht.

Vielleicht ist nicht jeder von uns direkt an den Gründen für die Brände der Regenwälder verantwortlich, aber jeder von uns beutet die Erde über Gebühr aus, weil

  • wir jeden Monat billige Klamotten brauchen,
  • wir mindestens jedes zweite Jahr ein neues Smartphone benötigen,
  • wir mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fliegen und vielleicht noch Skiurlaub auf künstlich beschneiten Pisten verbringen
  • unsere defekten Elektrogeräte nirgendwo repariert werden können und wir neue anschaffen müssen
  • unsere Fernseher und andere Unterhaltungselektronik schon beim Kauf nahezu veraltet ist und nach kurzer Zeit das Neueste angeschafft wird
  • wir uns im Kleinwagen unsicher und bedroht fühlen, und nur ein SUV (Hausfrauenpanzer) uns Übersicht und Sicherheit gibt
  • wir immer öfter online einkaufen, statt vor Ort, was die Transport- und Verpackungskosten erhöht, auch wenn wir sie nicht selbst monetär zahlen müssen, wir verschleudern Rohstoffe.

Wie wird das alles wohl wo in der Welt hergestellt und zu uns transportiert?

Unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum. Doch die Ressourcen unserer Welt sind endlich. Hier muss umgedacht werden, damit auch unsere Kinder und Enkel ein lebenswertes Leben auf diesem Planeten haben.

Irgendwo habe gehört, dass die angestrebte Begrenzung der Erderwärmung von 1,5 Grad bis zum Jahrhundertende schon dazu führen kann, dass in nicht einmal hundert Jahren der indische Subkontinent nicht mehr bewohnbar ist, weil dann dort Temperaturen von um die fünfzig Grad herrschen. Indien hat derzeit eine Bevölkerungsgröße von über einer Milliarde. In hundert Jahren sind es vielleicht schon zwei Milliarden. Wo werden diese Menschen hinströmen, um der Hitze zu entfliehen, um zu überleben?

Ich weiß nicht, ob man diese Entwicklung noch aufhalten kann. Das wissen wohl nicht einmal die Wissenschaftler, denn nicht wenige sind überrascht, wie schnell Erderwärmung und Klimawandel voranschreiten. Aber wir, die wir so viel aus aller Welt konsumieren, müssen doch versuchen, dies aufzuhalten.

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. (Martin Luther)
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Kirsch-Kaffee-Marmelade

Starker Kaffee gibt dem Fruchtaufstrich einen überraschenden Kick

Zutaten:

1 kg Sauerkirschen, gewaschen, entstielt und entsteint
100 ml sehr starker Kaffee oder Espresso
500 g Gelierzucker 2:1
1 Tüte Zitronensäure

Zubereitung:

Die entsteinten gewaschenen Kirschen mit dem Gelierzucker in einen Topf vermengen und abgedeckt über Nacht ziehen lassen. Es bildet sich Saft.

Am nächsten Tag Zitronensäure zugeben und verrühren. Die Masse zum Kochen bringen. Die Kirschmasse pürieren und den Kaffee oder Espresso unterrühren. Alles drei, vier Minuten sprudelnd kochen lassen und immer wieder umrühren.

Gelierprobe durchführen, dazu einen Tropfen der Masse auf eine gekühlten Teller geben. Geliert der Tropfen, erstarrt also, die Marmelade in vorbereitete Gläser abfüllen. Diese sofort verschließen und die Gläser etwa fünf Minuten auf den Deckel stellen, danach wieder umdrehen.

Tipp:

Ist die Marmelade nur für Erwachsene bestimmt, kann sie zusätzlich noch mit einem Schuss Weinbrand oder Whisky verfeinert werden.

Die Kirschkerne, an denen ruhig noch etwas Fruchtfleisch hängen kann, unbedingt aufheben – ggf. einfrieren. Daraus machen wir noch einen leckeren Likör. Rezept folgt!

Guten Appetit!

Hatte ich in meinem letzten Beitrag nicht geschrieben, dass ich die Marmeladenküche geschlossen habe? Ja, hab ich. Könnte jetzt mit Adenauer argumentieren (Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern …), aber ganz profan konnte ich den Sauerkirschen nicht widerstehen. Ich liebe Kirschmarmelade und -konfitüre. Dafür lass ich jede Erdbeermarmelade stehen.

Ich verspreche jetzt auch nicht, dass keine Marmeladenrezepte mehr kommen. Schließlich ist gerade Pflaumenzeit und Pflaumenmus mag ich fast so sehr wie Kirschmarmelade. :-p

Das Hantieren in der Küche ist derzeit meine Ergotherapie. Es dauert alles sehr lange, ich brauche viele Pausen und bin manchmal der Verzweiflung nahe, aber ich sehe Ergebnisse. Und die schmecken auch noch. Meinen bisherigen Hobbys kann ich seit fast zwei Jahren nicht mehr nachgehen. Malen, Basteln, … überall ist Feinmotorik und Gefühl in den Händen notwendig, bei den Leinwandvorbereitungen fürs Malen sogar Kraft. Das alles hab ich nicht, nur Hoffnung, dass das alles wiederkommt.

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Zwei Kilo Nektarinen – zwei Marmeladenrezepte

Ich erstand eine Steige Nektarinen für ganz kleines Geld und die Früchte sahen aus wie gemalt. Heraus kamen zehn Gläser Marmelade in zwei Geschmacksrichtungen, beide mit Alkohol.

Konfitüre Bellini – „rasierter Pfirsich“ + Sekt

Der Cocktail aus Harry’s Bar in Venedig brachte mich auf die Idee, aus Nektarinen und Sekt einen Brotaufstrich herzustellen.

Zutaten:

1 kg Nektarinen
500 g Gelierzucker 2:1
1 Spritzer Zitronensaft
1 Tütchen Zitronensäure
200 ml Sekt

Zubereitung:

Die Nektarinen waschen und entsteinen. Ich habe meine überbrüht und die Haut abgezogen, in der Hoffnung, dass die Konfitüre dann eine leuchtende Farbe erhält. Das hat bei diesem Rezept leider nicht geklappt. Diese Mühe spare ich mir beim nächsten Mal.

Die Nektarinen in kleine Stücke schneiden, mit dem Zucker vermengen und ein, zwei Stunden stehen lassen. Es soll sich etwas Saft bilden.

Dann die Masse pürieren, ggf. ein paar Fruchtstücke rausnehmen und nach dem Pürieren wieder zugeben. Zitronensaft und Zitronensäure unterrühren. Die Frucht-Zuckermischung zum Kochen bringen, vier, fünf Minuten sprudelnd kochen lassen.

Gelierprobe machen: einen Tropfen der Masse auf einen kalten Teller geben. Der Tropfen sollte rasch erstarren, er darf nicht verlaufen, wenn man den Teller ankippt. Verläuft der Tropfen, die Konfitüre noch ein paar Minuten unter Rühren kochen lassen, ggf. noch etwas Zitronensaft zugeben.

Nach erfolgreicher Gelierprobe werden sofort die vorbereiteten Gläser gefüllt und verschlossen. Die Gläser nun fünf Minuten etwa auf den Kopf stellen, danach wieder umdrehen und erkalten lassen.

Nektarinenmarmelade mit Weinbrand

Mir kam Apricot Brandy in den Sinn und ich wusste einfach, dass Nektarine und Weinbrand auch sehr gut zusammenpassen.

Zutaten:

1 kg Nektarinen
500 g Gelierzucker 2:1
1 Spritzer Zitronensaft
1 Tütchen Zitronensäure
75 ml Weinbrand

Zubereitung:

Die gewaschenen Nektarinen mit kochendem Wasser überbrühen, dann kalt abschrecken und die Schale abziehen. Die Marmelade hat dann eine leuchtende gelbe Farbe. Die Früchte in Stücke schneiden, mit dem Gelierzucker vermengen und ein, zwei Stunden abgedeckt ruhen lassen.

Die Masse fein pürieren, Zitronensaft und Zitronensäure sowie den Weinbrand hinzugeben und gut verrühren. Alles zum Kochen bringen und etwa vier Minuten unter Rühren sprudelnd kochen lassen.

Gelierprobe durchführen. Ist sie erfolgreich, wird die Marmelade in die vorbereiteten Gläser gefüllt, die Gläser verschlossen und fünf Minuten auf den Kopf gestellt. Die Gläser dann wieder umdrehen und erkalten lassen.

Viel Spaß beim Nachmachen und guten Appetit!

Meine Marmeladenküche schließe ich für dieses Jahr. Wobei … ein Päckchen Gelierzucker habe ich noch und wenn der Holunder reif ist, wage ich mich vielleicht mal an die schwarzen Beeren.

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Konfitüre Summerwine

Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring
my summer wine is really made from all these things …

Das Duett von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra aus dem Jahr 1967 inspirierte mich zu dieser Konfitüre. Ich liebe dieses Lied, aber nur in dieser Version. Der Engelskuss besteht aus Vanillemark und Kirschlikör.

Zutaten:

500 g gewaschene und entstielte Erdbeeren
300 g Sauerkirschen, gewaschen, ohne Stiele und Kerne
500 g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
1 Spritzer Zitronensaft
200 ml Sekt, Weißwein oder Rosé
50 ml Kirschlikör – Orangenlikör oder ein Schuss Wodka sollten auch passen

Zubereitung:

Erdbeeren und Kirschen halbieren, ggf. vierteln, und in einem Topf mit dem Gelierzucker vermischen, mehrere Stunden abgedeckt ruhen lassen. Es soll sich Saft bilden.

Nach der Ruhezeit die Obst-Zuckermischung pürieren. Wer es wie ich etwas stückig mag, nimmt zuvor ein paar Löffel von der Masse heraus oder püriert nicht zu fein. Die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen. Vanillemark, Schote, die eventuell zuvor heraus genommenen Fruchtstücke sowie den Zitronensaft zur Konfitürenmasse in den Topf geben und verrühren.

Die Masse zum Kochen bringen und etwa vier Minuten sprudelnd kochen lassen.

Wein und Likör unterrühren. Wenn es wieder sprudelnd kocht, die Gelierprobe durchführen: Auf einen kalten Teller einen Tropfen der heißen Konfitüre geben. Der Tropfen muss rasch erstarren, er darf nicht verlaufen. Falls doch, noch einige Minuten kochen lassen und die Gelierprobe wiederholen.

Nach gelungener Gelierprobe die Vanilleschote entfernen. Die Konfitüre in vorbereitete Gläser füllen, verschließen und die Gläser für etwa fünf Minuten auf den Kopf stellen. Anschließend die Gläser umdrehen und abkühlen lassen.

Guten Appetit!

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Schöne neue irre Welt

Wer ist irre, die anderen oder ich?

Nachrichten hören, lesen oder sehen ist zurzeit kein Vergnügen, denn zurzeit passiert so viel Irres …

Ist das wirklich real oder bin ich Teil einer Show und nichts ist real, was um mich herum passiert? Ein Scheinwerfer ist mir jedenfalls noch nicht vor die Füße gefallen.

E-Rollerst Du schon oder läufst Du noch?

Bild von Mircea Iancu auf Pixabay

Im Juli wurden Elektrostehroller, E-Scooter, in Deutschland erlaubt. Seit einem Monat gehören sie zum Straßenbild. Zugelassen sind nur Modelle mit einer Höchstgeschwindigkeit von zwanzig Kilometer pro Stunde. Sie dürfen nur von einer Person ab vierzehn Jahren gefahren werden, ein Sozius ist verboten. Die E-Scooter müssen versichert sein und auf Radwegen fahren. Gibt es keinen Radweg, gehören sie auf die Straße.

Es werden auch E-Roller ohne Straßenzulassung verkauft. Das Verkaufspersonal scheint nicht ausreichend geschult zu sein, zeigte ein Test des ZDF-Verbrauchermagazins WISO.

Kinder, Junge und Junggebliebene nutzen E-Scooter gerne – in rasendem Tempo und ohne Helm, ohne Ellbogen- und Knieschoner -, gerne auch zu zweit, hin und wieder auch ange- oder volltrunken. Mancherorts kontrolliert die Polizei. Sie kann aber nicht überall sein. Pech, wenn man als Unbeteiligter umgenietet wird.

Schon Anfang Juli tauchten neben ersten Unfallmeldungen die ersten Probleme auf. Kritiker, Fahrrad- und Autoklubs verlangen von Bundesverkehrsminister Scheuer Nachregelungen zum Gesetz. Vor der Straßenzulassung soll der Eigentümer seine Fahrkünste nachweisen, ein paar Stunden Einweisung und Fahrübungen sollen den Leuten Sicherheit geben. Ärzte warnen vor schweren Kopfverletzungen und komplizierten Knochenbrüchen. Das Tragen eines Helms soll deshalb Pflicht werden. Sozial- und Behindertenverbände fordern Nachbesserungen zum Abstellen der gemieteten Elektrostehroller. Die E-Roller werden überall irgendwo abgestellt. Blinde und Gehbehinderte stolpern darüber. Der Bundesminister sieht keine Notwendigkeit zur Nachbesserung des Gesetzes. (Nun ja, der Mann scheint ein Liebhaber von Schnellschüssen zu sein. Seine Eilfertigkeit, Verträge mit der Industrie zur PKW-Maut abzuschließen, bevor diese von der EU „abgesegnet“ ist, werden wir deutschen Steuerzahler mit Regressforderungen noch jahrelang teuer bezahlen müssen, denn die EU segnete die Maut eben nicht ab. Herr Scheuer will aber nicht dafür verantwortlich sein, weder für die Folgekosten der Maut, die nicht kommt, noch für ergänzende Regelungen zu den E-Scootern.)

Noch irrer: Die Elektrostehroller, die man mieten kann, sind nach vier bis achtzehn Monaten (hier schwanken die Angaben und Schätzungen der Experten) – spätestens – Schrott, genauer: Sondermüll. Dann sind die hinüber! Das soll an den Batterien liegen. Die Akkus halten wohl nicht länger und ein Austausch ist teurer als ein neuer E-Roller. Das ist doch irre!

Wegwerfartikel

Ich frage mich schon länger, wie lange die Akkus von E-Fahrzeugen halten, also wie viele Male sie geladen werden können, Ladezyklen heißt das. Die Akkus sollen allerhand kosten. Ist das E-Auto am Lebensende der Akkus auch Schrott, äh … Sondermüll?

Wir produzieren immer noch lieber neu, als etwas Nachhaltiges herzustellen, das mit Ersatzteilen wieder aufgearbeitet werden kann und Jahrzehnte hält. Das Wirtschaftssystem des Westens beruht auf Wachstum. Das ist Irrsinn.

Bild von congerdesign auf Pixabay
Der Handmixer RG 28 wurde auch in den Westen exportiert

Hier muss dringend umgedacht werden. Vielleicht sollte man mal im Osten recherchieren, nicht im nahen oder fernen Osten – im deutschen, also im wilden Osten, früher DDR. Das Handmixgerät RG 28 (RG = Rührgerät) läuft auch dreißig Jahre nach dem Mauerfall noch einwandfrei. Und es ist nicht das einzige Elektrogerät aus der DDR, das noch funktioniert. Die DDR war ein Land mit wenigen Ressourcen. Vieles musste teuer importiert werden und Devisen waren knapp. Qualität war wichtig. Es musste Jahre, Jahrzehnte halten und funktionieren. Und wenn mal was kaputt ging, konnte es leicht repariert werden … wenn es Ersatzteile gab.

Eine elektrische Zahnbürste mit fest verbautem Akku wäre in der DDR undenkbar gewesen (soweit ich weiß, gab es bis 1989 keine elektrischen Zahnbürsten in der DDR, weil im gesamten sozialistischen Wirtschaftsraum die Zähne mit Muskelkraft und nicht elektrisch geputzt wurden). Und es sollte wieder undenkbar werden, dass Akkus in elektrischen und elektronischen Geräten fest verbaut sind und nicht gewechselt werden können. Wir müssen Ressourcen schonen – lieber heute als morgen. Für unsere Kinder und Enkelkinder, die auch morgen und übermorgen noch diesen herrlichen Planeten bewohnen wollen. Im Moment habe ich aber Zweifel, ob wir ihnen einen bewohnbaren Planeten hinterlassen …

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Rote Karte für Tönnies

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, lautete ein Werbespruch aus meiner Kindheit in den 70er Jahren (Weiß zufällig noch jemand, welche Firma da warb?). Seit einer knappen Woche frage ich mich, ob Fleisch nicht auch blöde macht, wenn man’s verarbeitet? Ist BSE wieder da?

Bild von Dmitry Abramov auf Pixabay

Ein Fleischfabrikant, der auch Aufsichtsratschef eines Bundesliga-Fußballvereins ist, äußert sich abfällig über Afrikaner, streitet aber Rassismus ab. Clemens Tönnies empfahl auf einer Festveranstaltung zum „Tag des Hand-werks“ in Paderborn am vergangenen Donnerstag die Finanzierung von Kraft-werken in Afrika: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Ich hielt vor Jahren schon Gloria von Thurn und Taxis‘ Satz in einer Boulevard-Talkshow für grenzwertig: „Der Schwarze schnackselt halt gern.“ Was Tönnies da von sich gab, klingt wie ein Sklavenhalter aus South Carolina vor knapp zweihundert Jahren!

Der Mann ist Unternehmer, steht wirtschaftlich und sportlich in der Öffentlichkeit und gibt solche Aussagen von sich. Als wär das nicht schon schlimm genug, tagt der Ehrenrat seines Fußballklubs Schalke 04 und danach hört man, dass Tönnies seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballvereins drei Monate ruhen lässt. Freiwillig. Wie, das wars?

Hätte ich in meiner Firma so einen abfälligen Satz geäußert, müsste ich meinen Schreibtisch räumen und die Firma verlassen – fristlos. Gleiches würde passieren, wenn ich privat über ein soziales Medium diesen Satz in Wort und/oder Bild im weltweiten Netz eingestellt hätte, oder im Chat eines Messenger-Dienstes mit Kollegen oder Chef eine solche Nachricht verfasst hätte. Das gleiche Schicksal würde im Übrigen bei einem solchen Fehlverhalten meinen Chef oder dem Aufsichtsratschef meiner Firma ereilen. Und womit? Mit Recht. Meine Firma ist ein deutsches Unternehmen, das überall auf der Welt Angestellte hat – deutsche und nichtdeutsche Fachkräfte. Es gibt in unserer Firma einen Verhaltenskodex, einen Code of Conduct, der neben diversen Verhaltensweisen zur Verhinderung von Korruption auch Regeln zum Miteinander enthält. Das sind Regeln gegen Diskriminierung jeder Art – gegen Sexismus und Geschlechterdiskriminierung, Ressentiments gegen andere Kulturen und Religionen. Das sind nur Beispiele, keine vollständige Aufzählung. Aber jeder Angestellte kennt diesen Verhaltenskodex und hat ihm mit Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag zugestimmt.

Hat der Deutsche Fußballbund DFB, die Bundesliga, nicht auch einen Verhaltenskodex? Ich erinnere mich noch gut an die Banner, die die Spieler gemeinsam bei internationalen Begegnungen auf dem Spielfeld trugen: „No to Racism“, „Respect“. FIFA und UEFA unterstützten diese Aktionen.

Und bei Schalke bleibt Tönnies nach solch einem abfälligen Spruch über Afrikaner in Amt und Würden, wenn auch drei Monate ruhend? Was hat der Ehrenrat in der Nacht gemacht, bevor Tönnies bekannt gab, sein Amt ruhen zu lassen? Hat der Ehrenrat mit Tönnies ein paar Bier (zu viel) getrunken?

Haben Sie Anstand, Herr Tönnies, und zeigen Sie endlich Respekt! Clemens Tönnies muss sein Amt als Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 aufgeben – sofort und nicht nur für drei Monate, endgültig. Sag Nein zu Rassismus! Rote Karte für Tönnies. Er kann nicht Repräsentant eines anerkannten und achtbaren Bundesligisten sein.

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Kirsch-Marzipan-Konfitüre mit dunkler Schokolade

Sauerkirschen und Marzipanbrot fürs Butterbrot

Zutaten:

1 kg Sauerkirschen, gewaschen und entsteint
200 g Marzipanrohmasse
125 g Schokolade, 70% Kakaoanteil
500 g Gelierzucker 3:1
1 Tüte Zitronensäure

Zubereitung:

Die entsteinten Kirschen mit dem Gelierzucker in einem Topf vermengen und über Nacht abgedeckt stehen lassen. Es bildet sich Saft.

Am nächsten Tag die Zitronensäure mit den Kirschen und dem Zucker verrühren, alles zum Kochen bringen. Die Kirschen brauchen etwa 10 Minuten, bis sie weich sind. In der Zwischenzeit das Marzipan in kleine Würfel schneiden, die Schokolade hacken.

Sind die Kirschen weich, die Hälfte des Marzipans und der Schokolade in den Topf geben und alles pürieren. Ich habe nicht alle Kirschen püriert, ich mag es etwas stückig. Nun vier Minuten sprudelnd unter Rühren kochen lassen. Dann die andere Hälfte Marzipan und Schokolade vorsichtig unterrühren.

Nach erfolgreicher Gelierprobe die Konfitüre in vorbereitete Gläser füllen, Deckel zuschrauben. Gläser für etwa fünf Minuten auf den Deckel stellen, danach wieder umdrehen und erkalten lassen.

Tipp:

Die Kirschkerne, an denen ruhig noch etwas Fruchtfleisch hängen kann, unbedingt aufheben – ggf. einfrieren. Daraus machen wir noch einen leckeren Likör. Rezept folgt!

Guten Appetit!

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Erdbeer-Sekt-Marmelade

Nicht jugendfreier fruchtiger Brotaufstrich mit Schaumwein, der erst auf den zweiten Biss zu schmecken ist

Zutaten:

750 g gewaschene Erdbeeren, ohne Grün gewogen
250 ml Sekt
500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung:

Die Erdbeeren fein pürieren und mit dem Gelierzucker in einem Topf vermengen.

Die Masse zum Kochen bringen und vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Gegen Ende der Kochzeit den Sekt zugeben und alles gut verrühren.

Nach erfolgreicher Gelierprobe die Marmelade in vorbereitete Gläser abfüllen, verschließen. Die Gläser etwa fünf Minuten auf den Deckel stellen, danach umdrehen.

Guten Appetit!

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Schmetterlinge

Die Bekanntschaft mit Schmetterlingen beschränkte sich bei mir in den letzten Jahren vor allem auf die hässlichen und eher schädlichen Arten – Motten. Einige fing ich mir ein, wenn ich die Wäsche nach dem Trocknen auf der Leine im Hof oder im Waschkeller nicht oder nicht gründlich genug ausgeschüttelt hatte. Ruckzuck flatterten dann ein, zwei kleine Motten im Schlafzimmer herum.

Neulich versetzte mich eine Riesenmotte in Panik. Das Fliegengitter vorm Wohn-zimmerfenster hatte sich an einer Ecke gelöst und das Licht und der Fernseher hatten nach Einbruch der Dunkelheit eine geradezu gigantische Motte magisch angezogen und mich spitz aufschreien lassen, als ich beim Fernsehen aus dem Augenwinkel etwas Dunkles hektisch auf mich zufliegen sah, das mich dann auch noch an der Schläfe berührte. Verschreckt verschwand das Insekt hinter dem Sofa. Es dauerte eine Weile, bis es wieder auftauchte. Doch als ich das Vieh dann zunächst regungslos mit ausgebreiteten Flügeln an der Wand sitzen sah, stockte mir der Atem. Die Motte war so groß wie ein Kohlweißling! Als die Motte wieder hektisch herumflatterte, ging es mir nicht besser – sie brummte … Verdammt laut. War das eine Kreuzung aus Motte und Hummel mit Riesenwuchs? Egal, das Tier musste raus aus meiner Wohnung, tot oder lebendig. Wobei mir Letzteres am liebsten war. Es gelang mir nur nicht gleich. Ich musste es doch erst einmal mit einem Stromstoß meines Mückentennis außer Gefecht setzen, also lähmen. Am offenen Fenster angekommen, das Fliegengitter hatte ich kurzzeitig entfernt, hielt ich den Insekten-Elektroschocker waagerecht ins Freie und nach ein paar Sekunden flatterte das benommene Tier torkelnd von dannen. Zum Glück war bei dieser Vertreibung kein Chaos entstanden und nichts zu Bruch gegangen. Unwillkürlich fällt einem dann ja immer der Loriot-Sketch „Das Bild hängt schief“ ein.

Ich hasse Motten. Einige Baumwoll-Shirts und -blusen hatten sie zum Fressen gern und hinterließen ein unregelmäßiges Lochmuster. Seither muss ich Lavendelgeruch im Schlafzimmer erdulden. Den Duft mag ich nicht. Aber Löcher in den Klamotten will ich erst recht nicht.

Auch Schmetterlinge sind keine Schönheiten, ließen wir uns nicht von den bunten Flügeln blenden. Gestern habe ich meine beste Freundin besucht. Sie zupfte gerade verwelkte Blätter und Blüten von den Pflanzen in ihrem Garten, als ich ankam. Nach der Begrüßungsumarmung fiel unser Blick auf den Sommerflieder in Nachbars Garten. Da war ein Spektakel! Bienen, Wespen und Schmeißfliegen tummelten sich in den blühenden Zweigen, aber auch ein knappes Dutzend Schmetterlinge. Admiral, Kohlweißling und den Kleinen Fuchs erkannten wir. Einige konnten wir auch fotografieren, andere flatterten natürlich genau dann fort, als wir auf den Auslöser drückten. Der Kohlweißling entkam uns Paparazzi. In der Mittagssonne ist es – je nachdem wie man zur Sonne steht – gar nicht so einfach, mit dem Handy das Fotomotiv „einzufangen“.

Die Fotos machte meine Beste mit meinem Schlaufon. Mir versagten wieder die Hände, aber ich hatte auch Mühe, auf dem Display überhaupt etwas zu erkennen. Ich fotografierte alles Mögliche, nur nicht die flatternden Insekten.

Danke, Schätzelein, für die tollen Schnappschüsse! ❤

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Gestovte Kartoffeln

Eine leckeres Kartoffelgericht, das sehr gut zu Fisch, Fleisch, Geflügel, Bratwurst und Frikadellen passt

Zutaten für 2 Portionen:

500 g Kartoffeln, am besten vorwiegend festkochend
1 kleine Zwiebel
20 g Butter
150 ml Milch
2 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Pellkartoffeln kochen, abgießen, abschrecken und pellen, in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel abziehen und in kleine Würfel schneiden.

Die Butter in einem Topf zerlassen, die Zwiebel glasig dünsten. Dann die Kartoffelstücke dazugeben und einen Teil Milch angießen. Die Kartoffeln sollen zur Hälfte bedeckt sein und bei mittlerer Hitze köcheln. Immer wieder vorsichtig umrühren, damit nichts anbrennt. Durch die Kartoffelstärke dickt die Milch an. Nun mit Pfeffer und Salz abschmecken, etwas Muskatnuss darüber reiben und mit der zugegebenen Petersilie verrühren.

Gestovte Kartoffeln gab es bei mir zu gebratenem Kabeljau. Sie schmecken aber auch hervorragend zu Steak oder Schnitzel, Frikadelle, Bratwurst, Geflügel. Statt Petersilie kann man auch gehackte Dillspitzen verwenden, beispielsweise zu Fisch.

Guten Appetit!

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