Curryfischsuppe

Wunderbarer Schellfisch trifft auf Frutti di Mare, Zucchini, Frühlingslauch, würziges Currypulver und Suppennudeln – ein Gedicht für den Gaumen!

Zutaten für 4 Personen:

400 g Schellfisch im Ganzen (ohne Kopf, Schwanz und Flossen), alternativ 4 festfleischige Fischfilets nach Wahl
150 g Frutti di Mare, TK-Ware, frisch geht auch
100 g feine Suppennudeln
250 g Zucchini
1/2 Bund Frühlingszwiebeln, alternativ 2 Schalotten
2 EL Zitronensaft
1 daumengroßes Stück Ingwer
2 Lorbeerblätter
1 l Fischfond
Wasser zum Auffüllen des Fonds – je nach Bedarf
150 ml Weißwein
2 EL Butter
200 ml süße Sahne oder pflanzliche Alternative, z. B. Rama Cremefine zum Kochen mit 7 % Fett
2 gestrichene TL Currypulver
Salz und Pfeffer

Wahlweise bzw. wenn vorhanden (ich verzichtete wegen Magenproblemen):
Chiliflocken oder -pulver

Zubereitung:

Suppennudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung fast gar kochen, also noch seeehr al dente. Dann abgießen und zur Seite stellen.

Ingwer schälen und fein würfeln – wie Knoblauch. Den gesäuberten Fisch in einem Topf mit dem Fischfond bedecken, Salz, Pfeffer, Lorbeerblätter und die Hälfte der Ingwerwürfelchen hinzufügen. Alles kurz aufkochen lassen und dann bei kleiner Flamme etwa 20-30 Minuten gar ziehen lassen.

Inzwischen Frühlingszwiebeln putzen und schräg in feine Ringe schneiden, das Weiße vom Grünen getrennt aufbewahren.

Wasser für die TK-Meeresfrüchte aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, die gefrorenen Frutti di Mare damit übergießen und nach einer Minute wieder abgießen, kurz kalt abspülen, abtropfen lassen. Frische Meeresfrüchte werden nur gründlich mit kalten Wasser abgespült.

Den Fisch aus dem Topf nehmen, Haut vorsichtig entfernen. Mit Gabel und Löffel das Fischfleisch von der Gräte lösen und anschließend in mundgerechte Stücke teilen. Den Fischfond durch ein Sieb gießen und mit der anderen Hälfte Ingwer wieder sanft erhitzen (Zweidrittelhitze, Stufe 6 von 9).

Zucchini waschen und in feine Streifen hobeln. Julienne waren mir für diese Suppe zu fein, deshalb habe ich größere Streifen gehobelt.

Den hellen Teil der Frühlingszwiebeln in der heißen Butter anschwitzen, Curry zufügen und mit Wein und Sahne auffüllen, 5 Minuten köcheln lassen. Das Ganze zu dem Fischsud geben. Sofort die Zucchinistreifen und das Grüne der Frühlingszwiebeln hinzufügen.

Nach 5 Minuten die abgetropften Meeresfrüchte und die Fischwürfel dazugeben sowie die abgegossenen Suppennudeln. Alles vorsichtig unterrühren. Herd ausschalten, die Meeresfrüchte etwa 5 Minuten gar ziehen lassen, mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz sowie ggf. mit Chiliflocken abschmecken und tiefen Tellern oder Suppenschüsseln anrichten.

Guten Appetit!

 

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Mensch, ärgere Dich nicht!

Bild: Pixabay

Die Krankenkasse beabsichtigt, mein Dispositionsrecht einzuschränken. Das teilte sie mir vor knapp eineinhalb Wochen per Post mit. Zwischen dem Datum auf dem Schreiben und dem Poststempel lagen ein Werktag und ein Wochenende. Der Brief traf zwei Tage nach dem Poststempeldatum ein. Ich habe vierzehn Tage Zeit mich zu äußern.

Die schränken was ein? Fragen über Fragen, ich will doch nur gesund werden und endlich wieder arbeiten.

Ich recherchierte im Netz. Ich will Euch nicht mit Informationen langweilen, was das genau bedeutet und welche Folgen das für mich hat, wenn mir die Krankenkasse das Dispositionsrecht einschränkt. Es dauerte Tage, bis ich halbwegs durchgestiegen bin und bis ins Detail kapiert man das als Normalsterblicher eh nicht. Kurz, ich habe dann gar nichts mehr in der Hand. Ich darf die Reha nicht verschieben, nicht abbrechen oder gar nicht erst nicht antreten. Das akzeptiere ich ja noch. Die Kasse kann mich aber dann zwingen, Rente zu beantragen, wenn die Reha nicht erfolgreich ist, ich also danach weiter-hin arbeitsunfähig bin. Das heißt, die Krankenkasse drängt mich aus dem Krankengeld. Ich weiß nicht, ob ich nach drei Wochen Reha besser dastehe als jetzt. Ich denke, ich brauche eine andere Dosierung und Zeit. Die Medikamente wirken ja nicht sofort auf Knopfdruck. (Mein tägliches Training – „Baden“ der Hände in zwei Kilo kühlschrank-kalten Rapssamen – ist angenehm, bewirkte aber bisher nichts. Die Flossen tun danach genauso weh wie vorher. Eine halbe Stunde am Rechner pro Tag ist auch nicht hilfreich. Die verbuchselten Wechstaben frustieren zusätzlich, die Korrektur dauert ewig und hinterher hab ich kaum noch Gefühl in den Fingern.)

Meine Betriebsrente könnte ich auch verlieren, wenn die Krankenkasse das Dispositions-recht einschränkt. Hierzu warte ich noch auf Klärung durch den Dienstleister, den meine Firma mit der Verwaltung der Betrieblichen Altersvorsorge betraut hat.

Neun Stunden mit zahlreichen Pausen später war das Antwortschreiben fertig. Ich war erleichtert, als ich es endlich endgültig speichern konnte. Es dauerte so lange, weil ich wegen des Rheumas Pausen einlegen und die vielen, vielen Tippfehler korrigieren musste. Und nach der Korrektur noch ’ne Korrektur. Ich baue beim Korrigieren neue Fehler ein. Die Tasten scheinen kleiner geworden zu sein – regelmäßig treffe ich mehr als eine gleich-zeitig oder tippe daneben. Aus „Man muss“ wird „Mam nuss“.

Nur noch drucken und dann zur Post! Das dauert ja nicht so lang. Dachte ich …

Die drei Seiten, die der Drucker ausspuckte, waren kaum lesbar. Auf der ersten Seite wechselten sich dunkles Grau mit Hellgrau ab, zum Seitenende war es dann so hellgrau, dass man nur noch erahnen konnte, was da steht. Auf den Folgeseiten war die Schrift nur noch ein Schatten. Hrmpf.

Prüf den Tintenstand der Patronen, fiel mir ein. Hm, alles okay. Ich startete den Test-druck. Magenta, Zyan und Gelb leuchteten, Schwarz hielt sich vornehm zurück – adlige Blässe wich weißen Stellen. Druckkopfreinigung und erneuter Testdruck bewirkten noch nichts. Ich wiederholte es. Fast zwei Stunden später war dann Schluss – die schwarze Patrone war leer. Mit der Taschenlampe suchte ich, ob es innen irgendwo schwarz heraus suppte. Die Tinte musste ja irgendwo sein, wenn nicht mehr in der Patrone und nicht auf dem Papier angekommen.

Wann habe ich zum letzten Mal gedruckt? Ich konnte mich nicht erinnern. Das lag sicher nicht am Tilidin, der letzte Druck war wirklich ewig her. Die neue schwarze Patrone behob mein Problem … und brachte ein neues. Auf dem Testdruck war Zyan verschwunden. Wahrscheinlich hatte ich mit meinem Reinigungsmarathon die Ersparnis beim jahrelan-gen Kauf von Nichtmarkenpatronen nun auf einmal direkt in den Papierkorb gejagt. Schwarz druckt das Maschinchen, blau nicht.

Egal, ich bin mit Schwarz-weiß-Fernsehern klar gekommen, da werde ich bunte Ausdrucke erst einmal nicht vermissen. Grau hat auch schöne Töne, wie wir seit Loriot wissen. Aber die Druckermafia nervt mich schon. Und die Krankenkasse erst!

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Gekochtes Schellfischkotelett mit Senfsauce, Salzkartoffeln und Tomaten

Ein simples und sehr variables Fischrezept

Zutaten für 2 Personen:

2 Schellfischkoteletts
1 EL Zitronensaft
1 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
400 ml Fischfond oder Wasser
Wasser zum Auffüllen des Fonds – je nach Bedarf
1 EL Butter
1 EL Mehl
125 ml Weißwein
50 ml süße Sahne oder pflanzliche Alternative, z. B. Rama Cremefine zum Kochen mit 7 % Fett
1 EL süßer Senf, körnig, oder mittelscharfer Senf (dann aber unbedingt 1-2 Prisen Zucker dazugeben)
Kartoffeln für 2 Personen, festkochend oder vorwiegend festkochend
ein paar kleine aromatische Tomaten
Salz und Pfeffer

Wahlweise bzw. wenn vorhanden (bei mir fehlte es):
1-2 Stiele glatte Petersilie
Zitronenspalten

Zubereitung:

Fisch waschen und trocken tupfen. Mit Zitronensaft beträufeln, salzen, pfeffern und ca. 20 Minuten ziehen lassen.

Inzwischen Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Zwiebeln schälen, vierteln. Fischfond, Weißwein und ggf. Wasser in einem weiten Topf aufkochen, Zwiebeln und Lorbeer zugeben, ca. 10 Minuten köcheln. Fischkoteletts darin ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze gar ziehen lassen. Tomaten waschen, trocken tupfen und vierteln. Petersilie waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und hacken.

200 ml Fischsud abnehmen. Butter zerlassen. Mehl darin anschwitzen. Sahne und den abgenommenen Fischsud unter ständigem Rühren zufügen, kurz aufkochen lassen. Senf unterrühren und 2–3 Minuten bei schwacher Hitze unter Rühren köcheln. Soße nochmals mit Salz, Pfeffer und ggf. Zucker abschmecken. Bei Verwendung von süßem Senf ist keine weitere Zuckerzugabe erforderlich.

Fischkoteletts, Salzkartoffeln, Tomaten und Zitronenspalten auf Tellern anrichten mit Petersilie bestreuen.

Guten Appetit!

Die Beilagen sind austauschbar – ganz nach gusto.

Saucenliebhaber nehmen etwas mehr vom Fischsud ab. Den Rest durch ein feines Sieb gießen, so filtert man auch Gräten heraus, die sich beim Kochen gelöst haben. Der Fischsud lässt sich nach dem Abkühlen gut einfrieren oder hält sich zwei, drei Tage im Kühlschrank. Ich habe ihn zwei Tage später für den Rest des Schellfischs genutzt, aus dem ich mit weiteren Zutaten eine wunderbare Curryfischsuppe zubereitet habe. Aber das ist ein neues Rezept …

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Künstliche Intelligenz

Bild: Pixabay

Ich behaupte immer, niemand kennt mich so gut wie die beste Freundin der Welt und aller Zeiten. Das habe ich auch jahrzehntelang geglaubt. Manchmal denke ich das noch – Macht der Gewohnheit. Spätestens, wenn ich mein Schlaufon oder den Klapprechner mit einem Begriff bemühe, nach etwas zu suchen, muss ich diesen Gedanken korrigieren. Die Such-maschine kennt mich besser.

Seit Jahren habe ich diverse Schutzmechanismen auf meinen schlauen Geräten installiert, um meine Spuren im Sand … äh, im Netz zu verwischen. Ich aktualisiere sie auch regel-mäßig, damit den Neugierigen nicht zu viele Fakten über mich in den Schoß fallen. In die Hände kriegen sie sie aber doch irgendwie.

Neulich wollte mir jemand die Wolke schmackhaft machen. Ihr wisst schon, die Wolke am Himmel des Datenplaneten, in der man seine Fotos und Daten „absolut sicher vor unbe-fugtem Zugriff“ speichern kann.

„Du brauchst keine externe Festplatte mehr, die hält ja auch nicht ewig. Andere Speicher-medien wie USB-Sticks sucht man doch ständig, weil sie so klein sind. Das alles brauchst du nicht mehr. Du speicherst alles in der Wolke, deine Fotos und Dokumente …“ Der Wolke-Fan konnte stundenlang von diesem Speicherort schwärmen.

Absolut sicher, is klar! Thomas Mustermann glaubt das, lädt seine Fotos hoch, speichert sie in der Wolke und wundert sich nach einiger Zeit, wenn in den Sozialen Medien plötz-lich pikante Fotos auftauchen, die ihn und seine Freundin in äußerst privaten und eindeu-tigen Situationen zeigen – Fotos, die er sicher in der Wolke glaubte. Da war die Wolke wohl inkontinent. Aber das haben Wolken ja so an sich.

Mein E-Mail-Postfach beunruhigt mich auch hin und wieder. „Nie mehr arbeiten“ lautete der Betreff einer E-Mail heute. Ich bekam eine leichte Gänsehaut, ein wohliges Gruseln ist etwas anderes. Ich hatte wohl etwas unachtsam, also ungeschützt, im Netz nach Informa-tionen zum krankheitsbedingt erzwungenem Ausstieg aus dem Arbeitsleben gesucht, wie man das vermeiden kann, sowohl gesundheitlich als auch juristisch. Nun, so dachte ich beim Sichten meines elektronischen Postfachs, rücken mir die Versicherungsunternehmen auf den Pelz, um privaten Schutz vor solch einem Ausstieg anzubieten und Daten von mir anzufordern. Spätestens wenn sie die haben, nehmen sie ganz schnell Reißaus und Ab-stand von einem Schutzangebot, denn bei meiner Gesundheit wäre das eher früher als später ein Verlustgeschäft. Aber nein, ich hatte mich umsonst gesorgt – die E-Mail kam von einem Glücksspielanbieter, der mal so ins Blaue geschossen hat. Denn in der E-Mail hieß es weiter: „Paninero, deine Chance auf tausend Euro täglich – ein Leben lang!“ – Na klar und im Himmel ist Jahrmarkt – in der Wolke!

Max Kluge – der Name ist Programm – beschäftigt sich beruflich mit der Technik der Zu-kunft, dem schlauen Zuhause und anderen neumodischen Dingen. Ich kenne ihn flüchtig durch eine Freundin. Die beiden sind Nachbarn. Wir begegneten ihm neulich bei einem Spaziergang und beschlossen spontan, zu dritt einen Kaffee zu trinken. Im Café erzählte er dann von der KI, der künstlichen Intelligenz.

Der große Versandhändler im Netz, der mit den lächelnden Kartons, kennt uns besser als wir denken, meinte Kluge: „Der macht dir Angebote für Schwangerschaftstests, da weißt du noch nicht mal, dass du schwanger sein könntest. Und warum?“

„Warum?“

„Weil du nach ‚Eisprung‘ in der Suchmaschine gesucht hast. Gib da mal ‚Blasenschwäche‘ ein. Es dauert keine zwei Stunden, da schickt dir der Versandhändler Angebote zu Win-deln für Erwachsene.“

Hm, das ist die Zukunft …

Die künstliche Intelligenz hat schöne Seiten, versuchte Kluge uns das schlaue Zuhause schmackhaft zu machen.

„Stellt euch das doch mal vor“, sprudelte es begeistert aus ihm heraus. „Ihr kommt abends nach Hause und braucht keinen Haustürschlüssel mehr, euer Fingerabdruck genügt zum Öffnen. Automatisch geht das Licht an, sobald ihr einen Raum betretet, und wieder aus, wenn ihr ihn verlasst. Wenn es dämmert, werden die Jalousien vom schlauen Zuhause ge-steuert automatisch herabgelassen. Der Kühlschrank bestellt automatisch die Milch nach. Und wenn nur noch drei Flaschen Wasser im Getränkekasten sind, wird automatisch der Getränkehändler informiert, der am nächsten Tag den leeren Kasten gegen einen vollen austauscht.“

Ich konnte diese Begeisterung nicht ganz teilen und schilderte das Szenario, das in meinem Kopfkino ablief: „Und was ist bei einem Stromausfall? Du gehst morgens im Schlafanzug zum Hausbriefkasten – sind ja nur drei Meter -, um die Zeitung zu holen. Flupp, Stromausfall. Die Tür verriegelt sich selbst und du stehst im Schlafanzug vor deiner verschlossenen Türe. Die Rollläden sind auch runtergegangen, das sieht das Notfallpro-gramm so vor, also kommst du auch nicht über die offene Terrassentür ins Haus. Und nun?“

„Stimmt“, pflichtete meine Freundin mir bei. „ich erinnere an den Stromausfall in Berlin neulich. Da dauerte es teilweise Tage, bis sie wieder Strom hatten.“

„Na ja, Berlin …“, erwiderte Kluge und rollte mit den Augen. „Denkt doch nur, wie lange sie dort brauchen, um einen Flughafen zu bauen …“

„Eben“, fielen meine Freundin und ich ihm ins Wort.

Bei meiner Freundin ging das Kopfkino weiter: „Wenn du dann irgendwie die Tür wieder aufgekriegt hast, weil der Strom wiederkam oder der Notdienst gekommen ist …“

„Wie willst du den denn informieren“, hakte ich ein, „ohne Handy? Ohne Strom funktioniert doch kein IP-Telefon.“

„Oje, stimmt, Paninero. Na ja, aber ein paar Tage später kommt dann nicht ein Kasten Wasser zur Vorratsergänzung, sondern eine ganze Palette. Und ein Tanklaster will den Milchvorrat auffüllen“, meinte sie lachend. „Wer sagt denn, dass im Berliner Flughafen-bau keine künstliche Intelligenz am Werk ist … „

Nachdenklich ergänzte ich: „… und im wahrsten Sinne des Wortes in den Kinderschuhen im Schlamm des Flughafens stecken geblieben ist.“

Ich weiß nicht recht, was ich von künstlicher Intelligenz halten soll. Meinen Job bedroht sie nämlich auch.

Richtig gruselig wird`s aber, wenn die künstliche Intelligenz die Intelligenz des Menschen übertrifft:

„Alexa, spiel ein Lied von Helene Fischer!“

Nein!

 

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Kohlrabi-Kartoffel-Petersiliensuppe

Cremige Gemüsesuppe mit Schmelzkäse und frischer Petersilie

Zutaten für 2 Personen:

400 g mehligkochende Kartoffeln
1 großer oder 2 kleine Kohlrabi
1 Zwiebel
1 TL Rapsöl
500 ml Gemüsebrühe
75 g Schmelzkäse
1/2 Bund glatte Petersilie
Salz und Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Die Zwiebel abziehen und fein würfeln. Kartoffeln und Kohlrabi schälen, in Würfel schneiden.

Zwiebel in Rapsöl glasig dünsten, Kartoffel- und Kohlrabiwürfel dazu geben. Die Gemüse-brühe angießen und etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze garen.

4 EL Gemüsewürfel abnehmen und zur Seite stellen, den Rest der Suppe fein passieren. Den Schmelzkäse hinzufügen und unter Rühren schmelzen lassen. Die beiseite gestellten Gemüsewürfel wieder in den Topf geben.

Petersilie waschen, trocken schütteln, fein hacken und zur Suppe geben. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken und servieren.

Guten Appetit!

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Gedanken über Sterben und Tod

Foto: Pixabay

„Die Einschläge kommen näher …“ So kommentierte ein älterer Kollege, wenn er hörte, dass ein früherer Arbeitskollege verstorben war. Es sollte bedeuten, dass die Todesfälle im Bekanntenkreis häufiger werden. Das dürfte gute zehn Jahre her sein und ich hatte diesen Kommentar im Zusammenhang mit einer Todesnach-richt noch nie zuvor gehört. Ich weiß nicht, ob das eine regional begrenzte Floskel ist oder ich vorher einfach kein Ohr dafür hatte, aber inzwischen hörte ich häufiger „die Einschläge kommen näher“. Und wenn es jemand nicht selbst sagt, kommt es mir unwillkürlich von selbst in den Sinn, wenn ich unerwartet vom Tod eines Menschen erfahre, den ich kannte.

In den dritten Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender laufen zum Jahresende Sendungen, in denen Freunde und Kollegen oder Familienangehörige über Prominente erzählen, die im laufenden Jahr verstorben sind. Ich sehe diese Sendungen sehr gerne, denn der Tod mancher Prominenter macht mich auch betroffen. In den letzten Jahren hatte ich das Gefühl, dass immer mehr Musiker oder Schauspieler sterben, die mich seit Jahren, Jahrzehnten begleitet hatten. Dabei waren die doch noch gar nicht so alt … Dachte ich. Bei einigen mag das zutreffen, bei anderen ist es einfach so, dass sie schon so lange zu einem gehören, dass man sich „ein Leben ohne sie“ gar nicht mehr vorstellen kann.

Das war damals bei Loriot so, der aber auch ein schönes Alter erreicht und – Gott sei Dank – auch viele Karrikaturen, Bücher, Sketche und Filme hinterlassen hat, die man sich immer wieder ansehen kann. Manchmal ertappe ich mich, dass ich in Loriots Tonfall antworte: „Aaah, ja! … Ach was?“

Ende letzten Jahres berührte mich der plötzliche Tod von Stefanie Tücking, die bundes-weit als Moderatorin der Videoclip-Sendung „Formel Eins“ in den Achtziger Jahren bekannt wurde und viele Jahre Radiomoderatorin bei SWR 3 war. Sie war quasi täglich in meiner Küche, im Wohnzimmer oder auch im Auto.

Mich lässt aber auch immer der selbe Gedanke erstaunen: „Jetzt ist die / der auch tot! Das gibt’s doch gar nicht.“ Das war bei Udo Jürgens und Götz George so. Beide hätten locker mein Vater sein können, waren nicht in meiner Altersgruppe.

Spontan kam mir „hätten mein Vater sein können“ in den Sinn, was sich zunächst nur auf ihr Alter bezog. Ich will es auch nicht korrigieren oder ändern, denn der eine brachte mir schon in meiner Kindheit in der DDR die Einsamkeit der Gastarbeiter in der BRD näher und die Spießigkeit in bundesdeutschen Mietshäusern, die sich dann doch stark von der DDR-Spießigkeit unterschied, und den anderen erlebte ich in meiner frühen Jugend als Ruhrpott-Kommissar, der – verbal – „Scheiße“ ins Fernsehen brachte. Später lernte ich viele andere Facetten des Schauspielers kennen, in Filmen wie „Abwärts“ (den könnten sie mal wieder im Fernsehen zeigen) oder als alter Josef Mengele in „Nichts als die Wahrheit“.

Ich werde auch nie den 29. Mai 1982 vergessen. Es war Pfingsten und ich, Teenager, saß mit meiner Familie am Frühstückstisch, als im Radio berichtet wurde, dass Romy Schnei-der verstorben sei. Sie war damals dreiundvierzig Jahre alt. Das Leben und Leiden dieser Frau fasziniert mich und die Filme, die sie als Erwachsene drehte, sehe ich noch immer gern an.

Der Tod von jüngeren Prominenten bestürzt mich oft, so im letzten Jahr der Tod von Avicii. Wenn die Toten jünger sind, ist das nochmal etwas anderes. Es ist nicht „normal“.

„Das ist doch kein Alter!“ – Der frühe Tod macht besonders betroffen. Noch schlimmer und für mich unvorstellbar ist, wenn das eigene Kind vor einem stirbt. Meine Eltern muss-ten das erleben. Meine jüngste Schwester starb im Säuglingsalter, kurz nach unserem Umzug aus einer provinziellen Kleinstadt – einem Kuhdorf, wie es in unserer Gegend hieß – in eine nicht minder provinzielle, aber viel größere und modernere Kreisstadt. Bis heute weiß ich nicht, woran meine Schwester starb. Zwei Tage nach dem Umzug und ihrem Tod wurde ich drei Jahre alt und ich erinnere mich noch an den großen Umzugswagen vor unserem neuen Wohnhaus und dass neben meinem kleinen Bruder noch ein Baby war, mit Paradekissen im Kinderwagen. Meine Schwester und ihr Tod waren ein Tabu in unserer Familie. Es gibt auch keine Bilder von ihr, nur eine Geburtsurkunde und die Sterbeurkunde im Familienbuch.

Die tote Schwester war aber immer bei uns. Wie ein Damoklesschwert schwebte sie über mir und meiner Mutter. Ich wurde überbehütet. Jedes Jahr nach den Sommerferien das selbe Spiel: Punkt achtzehn Uhr musste ich zuhause sein, oder „wenn die Straßenlaternen angehen“. Habt Ihr mal beobachtet, wann die Straßenlaternen angehen? Wenn man im Haus ist, scheint es draußen viel dunkler zu sein. Ist man zur selben Zeit draußen, ist es noch hell, viel heller, als es einem in der Stube vorkommt, und man muss schon auf die Laterne starren, um ihr Erleuchten mitzubekommen. Kurzum, es gelang mir nie, kurz nach Erleuchten der Laternen zuhause zu sein. Ich bekam Ärger und durfte nicht mehr raus. Auch Radfahren lernte ich sehr spät und auf einem viel zu kleinem Rad. Es lag daran, dass wir an einer stark befahrenen Straße wohnten und meine Mutter schlicht Angst um mich hatte. Mein Bruder hatte es da viel leichter. Vielleicht, weil er ein Junge war, viel-leicht, weil er aufbegehrte und deutlich nervtötender sein konnte als ich.

Erst als Erwachsene und während einer Verhaltenstherapie begriff ich, dass meine Mutter Angst hatte, auch mich zu verlieren. Da erkannte ich auch, warum meine Großeltern mich als Kind kaum aus den Augen ließen. Diese Erkenntnis ließ meinen unterschwelligen Groll gegen meine Eltern, besonders gegen meine Mutter, verschwinden. Er wich einer Erleich-terung. Die scheinbar grundlose Strenge meiner Mutter, ihre vielen Verbote lagen nicht an mir, Schuld hatte der frühe Tod meiner Schwester. Meine Eltern hätten psychologische Hilfe gebraucht. Anscheinend gab es die in den Siebziger Jahren der DDR nicht. Aber selbst wenn, weiß ich nicht, ob sie meine Eltern angenommen hätten. Vor einigen Jahren, mein Vater war schon gestorben, gab es einen kurzen Moment, in dem meine Mutter das Thema ansprach. Von Psychologen hielt sie nicht viel, die redeten einem nur alles ein. Einen Psychologen hätte sie auch nicht gebraucht, „als das mit der Kleinen passiert ist“, meinte sie. Meine Schwester wurde kaum angesprochen, aber wenn, dann war sie „die Kleine“, im Dialekt eben „de Gleene“. In dem Moment war ich perplex, sprachlos und wie gelähmt. Meine Mutter saß neben mir und weinte still. Ich nahm sie stumm in die Arme. Nach wenigen Sekunden putzte sich meine Mutter die Nase, steckte das Taschentuch weg, schob mich sanft zur Seite, während sie sich erhob und sagte: „Ist schon gut.“

Die Chance auf ein Gespräch über meine Schwester war vorbei. Oder vertan? Nein, so sehe ich das nicht. Wahrscheinlich werde ich irgendwann sterben und nicht wissen, warum oder woran meine Schwester so früh sterben musste. Mit meiner Mutter kann ich darüber nicht reden und das Krankenhaus, in das man sie noch lebend brachte, gibt es nicht mehr. Ich habe also keine Möglichkeit, in alten Akten nach einer Todesursache zu forschen. Ich könnte nur meine Mutter fragen. Das ist ein fast unmögliches Unterfangen … Und inzwischen scheint mir meine Neugier nicht so wichtig zu sein wie das Wohlbefinden meiner Mutter. Ist das Altersmilde?

Die drängendsten Fragen, die mich seit Jahren begleiten, kann mir meine Mutter ohnehin nicht beantworten: Wie sähe meine Schwester heute aus? Käme sie mehr nach meinem Vater wie ich oder mehr nach meiner Mutter wie mein Bruder? Wie wäre sie? Wäre sie mir nah oder fremd? Hätte sie Kinder, wo und wie würde sie leben? …

Je älter man wird, umso öfter muss man zu Beerdigungen. In den Todesanzeigen in den Zeitungen sind die Geburtsdaten der Verstorbenen nicht so weit vom eigenem Geburts-datum entfernt wie das noch vor Jahren der Fall war. Das lässt mich oft erschrecken. So wie man auch erschrickt, wenn man einen alten Bekannten nach vielen Jahren wieder trifft und denkt “ Mensch, ist der alt geworden“, und meint, der sähe doch viel älter aus, als man selbst. Aber klar, wenn man sich jeden Tag im Spiegel sieht, fallen einem die Fältchen, die sich im eigenen Gesicht um Augen und Mundwinkel gebildet haben, oft nicht so leicht auf wie ein einzelnes graues Haar.

Zum Leben gehört der Tod. Vor meinem eigenen habe ich weniger Furcht als vor dem meiner Lieben. Sterbe ich vor ihnen, müssen sie damit fertig werden, das erlebe ich dann aber nicht mehr. Sterben sie vor mir, muss ich ohne sie weiterleben. Und das ist doch das Schlimmste, die Lücke, die sie hinterlassen. Dann bleiben nur Bilder und Erinnerungen von ihnen. Und Dankbarkeit, dass es sie gab …

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Rehavorbereitungen und Kaufentscheidungen

Foto: Pixabay

Der dreißigseitige Rehaantrag ist ausge-füllt, gescannt, eingetütet und abgeschickt – per Einwurfeinschreiben. Nicht dass die Krankenkasse behauptet, sie hätte ihn nicht rechtzeitig erhalten und mir das Krankengeld streicht.

Nun bereite ich mich auf die drei Wochen in der Rehaklinik vor, wobei das noch zwei bis drei Monate dauern kann. Als ich vor zwei Wochen in meiner Wunschklinik anrief, war Mitte Mai der nächste freie Termin. Aber dazu muss die Kostenzusage der Rentenversicherung erst einmal vorliegen.

Wie dem auch sei, ich bereite mich schon einmal vor, dauern meine Vorbereitungen doch eh viel länger als im gesunden Zustand. Vielleicht kann sich der Eine oder Andere noch an die Posse „Kleidung für gewisse Anlässe“ erinnern? Es ging darum, dass Frauen über Fünfzig für die Eventualität eines Krankenhausaufenthalts gerüstet sind und vorsorglich nagelneue Unter- und Nachtwäsche im Schrank haben (sollten). Sollten in Klammern, weil dies nur für Frauen gilt, die etwas auf sich halten.

Ich muss gestehen, dass ich, unabhängig vom Alter, hier familiär geprägt bin. Und als Single ist es am einfachsten, einer Freundin – in meinem Fall der besten der Welt und aller Zeiten – im Fall des Falles den Wohnungsschlüssel in die Hand zu drücken und zu sagen: „Im Kleiderschrank, rechte Tür, drittes Fach von oben liegen die nagelneuen Schlüpper. Die musst Du nur auspacken und in die Reisetasche legen, die oben auf dem Kleiderschrank ganz links, in der grünen Plastiktüte liegt. Die neuen Schlafanzüge findest Du im vierten Fach unter den Schlüppern. Daneben liegen die neuen BHs …“

Das ist einfacher und weniger peinlich, als erst instruieren zu müssen, welche Wäsche auf keinen Fall zusammengerafft werden soll, nämlich die mit dem sich auflösendem Saum oder kleinen Löchern.

Was Unterwäsche, Nachthemden, Schlafanzüge und BHs angeht, habe ich neulich erst aktualisiert. Das geht so: Man sortiere zunächst die Wäsche aus, die ihr Lebensende erreicht hat, die mit den Löchern oder losen Fäden oder verfärbte Wäsche (Ist das eisblau oder hab ich da eine schwarze Socke mitgewaschen?). Anschließend nimmt man die gleiche Stückzahl dieser Wäscheart aus dem „Krankenhausvorrat“, der zweckmäßigerweise noch original verpackt ist, so ist er auch vor einem plötzlichen Motteneinfall geschützt und kann zweifelsfrei von der restlichen Wäsche unterschieden werden. Anschließend notiere man das Defizit und fülle dieses mit einer Bestellorgie beim Versandhändler der Wahl oder einem Stadtbummel wieder auf. Wer mit seinem Gewicht kämpft, mal gewinnt und mal verliert, muss vor dem Auffüllen natürlich noch mal Maß nehmen. Das erspart Pein-lichkeiten, zum Beispiel, wenn der Arzt einen auffordert, „machen Sie mal den Bauch frei!“, man die Jeans öffnet und ein wenig herunterzieht, dass man untenrum komplett im Freien steht, weil jegliche Unterkörperbekleidung nach unten fällt wie auch die Kinnlade des Arztes.

Was ich allerdings dringend auffüllen muss, sind ein bis zwei neue Badeanzüge. Ich habe nur noch einen und der sitzt inzwischen auch recht locker obenrum. Es wäre fatal, wenn man in der Klinik den gechlorten Fluten entsteigt und plötzlich alles am Bauch baumelt. Und ich brauche mindestens zwei Badeanzüge. Die auf Rheuma spezialisierte Rehaklinik hat ein Schwimmbad und bietet den Rheumakranken zusätzlich eine Kältekammer. Man geht dazu in Badekleidung für zwei, drei Minuten in einen Raum, der auf 110 Grad minus heruntergekühlt wurde. Und das bis zu dreimal pro Tag – idealerweise, wenn man den behandelnden Arzt davon überzeugen konnte. Das soll Wunder wirken bei Rheuma. Eine Anreise mit nur einem Badeanzug wäre ungünstig, wenn zum Beispiel morgens Wasser-gymnastik auf dem Plan steht und danach die Kältekammer. Das gäbe tiefgefrorene Rie-senpute mit Schlabberhaut im schwarzen Badeanzug!

Am Wochenende wälzte ich Online-Kataloge und verzweifelte schier. Was ist das denn für eine bescheuerte Bademode? Türkisblaue Badeanzüge mit einer weißen 85 drauf? Was soll das sein, das Geburtsjahr, das Wunschgewicht? Knatschbunte Badeanzüge mit nur einem Träger, auch für große Größen und vorne steht drauf „That’s me!“ – Jaaa! Selbstvertrauen gibt’s aber nicht dazu. Und die schlichten einfarbigen Einteiler haben entweder dreieckige Taillenausschnitte – auch in den großen Größen, da passt eine halbe bis ganze Speckseite rein – oder ein tiefes Dekolleté oder einen tiefen Rückenausschnitt, manche auch beides. Das alles sind keine Badeanzüge, die man tragen kann, wenn man viel abgenommen, aber viel Haut übrig hat. All das erinnerte mich die Nöte, die ich hatte, als ich vor inzwischen neun Jahren nach über zwanzig Jahren mal wieder schwimmen gehen wollte (der Beitrag ist auch hier im Blog zu finden, er heißt „Bademode„). Nun bin ich um einiges leichter, aber nicht schöner und habe immer noch das Problem, dass ein Badeanzug viel zu wenig bedeckt.

Ich kann Euch beruhigen, ich habe keinen Burkini bestellt, wohl aber ein gutes Dutzend Badeanzüge in zwei Größen. Wenn die dann hoffentlich alle auf einmal nächste Woche bei mir eintreffen, wird eine Stunde Modenschau vorm Ganzkörperspiegel gemacht und zwei Stück behalten. Der Rest geht retour.

So ist der Plan. Mir graut schon davor …

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Kontrolle

Foto: Pixabay

In der vergangenen Woche starb Karl Lagerfeld. Viel Tralala wurde bereits zu seinen Lebzeiten um seine Person gemacht, die ich auch gar nicht abwerten will, fehlt mir doch der Sinn für Haute Couture und selbst für Prêt-à-porter. Ich habe meinen eigenen Stil, trage zwar Mode von der Stange, aber die muss nicht jedem gefallen.

Zurück zum „Modezar“, wie ich immer wieder lesen musste. Der gute Mann scheint allerhand für die Modewelt und das Haus Chanel getan zu haben, las und hörte ich. Er machte Claudia Schiffer zu einem Weltstar. Für dieses Attribut gehört meiner Ansicht nach etwas mehr als spindeldürr die Kreationen der Modeschöpfer über den Laufsteg zu tragen und für Fotografen zu posieren. Wobei ich da völlig neidfrei bin, das wäre definitiv kein Job für mich! Claudia Schiffer war Lagerfelds Muse, Heidi Klum hingegen, „… die kennen wir nicht“, sagte Lagerfeld einmal. Wer mag „wir“ gewesen sein? Er und Choupette, seine Katze, die Pariser, die Franzosen generell? Nun, ich bin auch der Meinung, wer Heidi Klum nicht kennt, hat nichts verpasst. Bei Karl Lagerfeld hingegen bin ich mir nicht so sicher.

Dafür, dass ich mich nicht für Mode interessiere, weiß ich allerhand über den Mann mit dem Vatermörderkragen. Den halte ich übrigens für ein sehr cleveres Kleidungsstück, kann man doch damit einen Truthahnhals und die verbliebenen Hautfalten eines ver-schwundenen Doppel- oder Dreifachkinns verstecken, gerade, wenn man sehr viel abge-nommen hat. Ob dieser Kragen bequem ist, vermag ich nicht zu sagen, bei Mode von der Stange ist er mir bisher nicht begegnet.

Als bekannt wurde, dass Karl Lagerfeld gestorben ist, überschlugen sich die Medien. Im Fernsehen gab es Sondersendungen – sogar bei den öffentlich-rechtlichen. Denen nehme ich das übel; sie veränderten ihr Programm, um einen Modeschöpfer zu würdigen, einen, der Deutschland den Rücken gekehrt hat, um Mode für die Reichen der Reichen zu machen – für einen Bruchteil der Menschheit. Diese Würdigung erhielten einige andere verstorbene deutsche oder deutschsprachige Kunstschaffende nicht. Bei einigen verstor-benen Schauspielern sendete man im Nachtprogramm einen Film, in dem der oder die Verstorbenen mitspielte, das wars.

Ich las, dass Lagerfeld seinen Mitarbeitern in den Filialen weitweit Anweisungen gegeben hat, wie mit seinem Tod umgegangen werden soll: weiße Blumen sollten in einer weißen oder transparenten Vase ins Schaufenster gestellt werden, sonst nichts. Blumen, die Kunden abgeben, sollten ins Hinterzimmer gestellt werden (Quelle: FOCUS online). Der Mann hatte vorgesorgt, mit fünfundachtzig und mit seiner Perfektion sollte man dies wohl auch. Bis zuletzt hat er die Kontrolle nicht abgegeben. Das wiederum gefällt mir.

Viel Ehre für einen streitbaren Modeschöpfer, der mir dennoch in Erinnerung bleiben wird, u. a. wegen seiner erfolgreichen Gewichtsabnahme vor einigen Jahren, die aber nicht zur Nachahnung empfohlen sei, da ungesund (Cola light) und einseitig, und wegen seiner Zitate.

Eines davon lautete:
„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Irgendwann hat er aber doch Jogginghosen kreiert, im Netz kann man sie noch finden.

Ich trage seit Monaten zuhause Jogginghosen. Das erspart mir ungeschickte Versuche Knöpfe oder Reißverschlüsse schließen zu müssen. Ja, irgendwie hab ich da doch die Kontrolle verloren …

 

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Heilbuttfilet mit Flusskrebsschwänzen in Wermutsauce und Zucchinispiralen

Ein raffiniertes Fischgericht mit Gemüsenudeln

Zutaten für 2 Portionen:

2 Heilbuttfilets
1 kleine Zwiebel
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
1 Stange Staudensellerie
Rapsöl
200 ml Fischfond
50 ml Wermut, z. B. Noilly Prat
50 g Flusskrebsschwänze
Salz und Pfeffer
etwas Sahne oder Frischkäse
1 Prise Zucker
1 Zucchini

Zubereitung:

Zwiebel, Knoblauch und den Sellerie in feine Würfel schneiden und in Rapsöl glasig düns-ten. Mit dem Fischfond ablöschen, köcheln lassen, dann den Wermut zugeben, eine Prise Zucker dazu und etwas einreduzieren lassen.

In der Zwischenzeit einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Zucchini heiß abwaschen und mit dem Spiralschneider zu Spaghettis drehen. Alternativ die Zucchi-ni mit dem Allesschneider der Länge nach in 2-3 mm dicke Scheiben schneiden und diese mit einem Messer in möglichst dünne Streifen. Die geschnittene Zucchini im kochenden Wasser blanchieren – etwa 1-2 Minuten, danach über einem Sieb abgießen.

Die Sauce passieren und Flusskrebsschwänze in die Flüssigkeit geben. Zum Schluss etwas Sahne oder Frischkäse unterrühren.

Das Fischfilet portionieren, in einer Pfanne anbraten, mit der Sauce und den Zucchinispi-ralen / -streifen anrichten. Restliche Sauce in einer Sauciere servieren. Sie ist köstlich mit den Gemüsenudeln.

Verfeinerungstipp, der auch der Optik der Sauce guttut:

Vorab ein paar Safranfäden mit 3-4 EL von dem Fischfond verrühren und zusammen mit dem Rest des Fischfonds das Saucengemüse ablöschen. Das gibt eine schöne Farbe.

Guten Appetit!

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Blumen, Angst und Reha

Als gestern Abend plötzlich ein junger Mann bei mir klingelte und sagte, er hätte Blumen abzugeben, fragte ich irritiert: „Für Paninero?“

„Jaaa“, erwiderte er etwas gedehnt, nun ebenfalls irritiert.

Ich nahm den Blumenstrauß zögernd an, nachdem ich meinen Wilhelm auf den Abliefer-nachweis gekringelt hatte.

Wer schickt mir Blumen?

Ich eilte, so schnell mein Rheuma es zuließ, in die Küche. Die Blumen drohten herunter-zufallen, denn die Kräfte verließen mich. Dort nestelte ich die Karte aus der Folie und las: „Gute Besserung wünscht Dir Dein Team“

Die Karte fiel mir aus der Hand und ich musste mich erstmal setzen. Meine Kollegen hatten für mich gesammelt!

Meine Firma versucht seit einigen Jahren, langjährig Beschäftigte mit einer Abfindung aus der Firma zu drängen, um billigere Nachwuchskräfte anzuheuern oder aber gleich ratio-nalisieren zu können, dass also die verbliebenen Kollegen die Arbeit des Ausgeschiedenen mit übernehmen. Hinzu kommen Kollegen, die die Altersrente oder den freigestellten Teil der Altersteilzeit erreicht haben und ebenfalls die Firma verlassen. Einige Kollegen haben innerhalb des Konzerns einen neuen Job übernommen und die Abteilung gewechselt. So haben wir in den letzten fünf, sechs Jahren bestimmt zwanzig, fünfundzwanzig Kollegen verabschiedet und für sie gesammelt. Wenn man Hochzeiten und Elternschaften mit einbezieht, kann man bei uns jeden Monat fünf bis zehn Euro für solche Sammlungen loswerden. Manche Kollegen, denen wir ein Geschenk zum Abschied oder zur Geburt ihres Kindes machten, bedankten sich noch nicht mal, von Ausstand ganz zu schweigen. Wenn also ein Kollege mit Karte, Stift und einer klimpernden Zigarrenkiste an den Schreibtisch kommt, ist er in letzter Zeit fast so beliebt wie Urlaubssperre.

Nun hatten meine Kollegen und Chefs für mich gesammelt und Blumen schicken lassen. Wahnsinn. Anscheinend bin ich beliebt und man vermisst mich. Dass mich dieser Gedan-ke überrascht, wundert mich nicht. Gedanken über meine Beliebtheit habe ich viele Jahre nicht zugelassen. Ehrlich gesagt denke ich nicht gern darüber nach. Das ist tief in meiner Kindheit verwurzelt. Vielleicht schreibe ich dazu mal einen Text.

Der Strauß sieht auf dem Foto viel kleiner aus, als er tatsächlich ist. Ich musste ihn mit beiden Händen tragen, was nicht nur am Rheuma lag. Es sind auch noch meine Lieblings-blumen in meinen Lieblingsfarben, das konnten meine Kollegen jedoch nicht wissen: Rosen, Tulpen und Ranunkeln in rot, orange und gelb mit saftigem Blattwerk und etwas, das ich gestern noch für Schleierkraut hielt, aber es ist gelb. Mit Müh und Not fand ich eine passende Vase für den großen Strauß und machte rasch ein Foto, um es mit ein paar Worten des Dankes an meinen Chef und die Kollegen zu schicken, von denen ich eine Mobilfunk-Rufnummer hatte. Es kamen viele fett grinsende Smileys zurück und einige wollten auch wissen, wie es mir geht. Manch einer hatte sich nicht getraut, sich selbst zu melden. Das kann ich verstehen, denn in den letzten Jahren mussten einige Kollegen schwere Krankheiten überstehen. Nicht alle schafften es, andere kämpfen noch. Von Aneurysma über Herzinfarkt bis Karzinom war alles dabei. Wir sind eben ein Querschnitt durch die Gesellschaft.

An all dies denkend und gerührt ob der lieben Geste meiner Kollegen habe ich gestern ein paar Tränchen verdrückt. Einige Kollegen und Vorgesetzte vermisse ich. Auch mein Job fehlt mir. In den letzten Wochen, als eine Besserung sich partout nicht einstellen wollte, und fernsehen mich nicht genug ablenken konnte (lesen konnte ich nicht lange, weil ich kein Buch halten konnte und mein Hirn nicht aufnahm, was die Augen sahen), hatte ich wieder begonnen, Rätsel zu lösen. Sudoku frustrierten mich rasch, weil ich hier ganz schnell merkte, wie die Medikamente sich aufs Hirn legten. Auch Kreuzwort- oder Schwe-denrätsel, die ich doch immer bis auf höchstens ein, zwei Wörter, aber meist vollständig lösen konnte, machten keinen Spaß mehr. Entweder starrte ich stundenlang auf die leeren Kästchen, weil ich mich nicht konzentrieren konnte, oder ich hätte „Dings“, „Dingsbums“ oder „nawiehießdasnochmal“ reinschreiben müssen, weil mir das Wort auf der Zunge lag, aber ums Verrecken nicht über die Lippen kam.

Deshalb habe ich auch Angst davor, wieder ins Büro „zu müssen“. Mit meinem gegen-wärtigen Geisteszustand kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Auch bin ich meilenweit von meiner gewohnten Tippgeschwindigkeit entfernt. Nicht nur, dass ich nicht mal halb so schnell tippe wie noch im letzten Frühjahr – da zeigten sich schon erste Auf-fälligkeiten durch fehlende oder dreifach, vierfach getippte Buchstaben, verfehlte Tasten und eine längere Korrekturzeit. Ich kann zum Teil nicht mal mehr entziffern, was ich da getippt habe, weil sich mehrere Fehler in einem Wort vereinigen und so völlig den Sinn entstellen. Ganz schlimm ist das ja bei WhatsApp. Diese blöde Autokorrektur verändert ja völlig den Text und sorgt im besten Fall für Erheiterung oder Nachfragen. Der grün speiende Smiley und der grimmige rote sind meist meine Antwort.

Ich denke nicht, dass ich in drei oder vier Wochen eine Wiedereingliederung versuche. So hatte ich es geplant, als ich im Dezember aus dem Krankenhaus kam und die Ärzte meinten, drei Monate könne es schon dauern, bis das Medikament komplett wirkt.

(Neue Angst: Es sind nur noch drei Wochen bis die drei Monate vorüber sind und ich merke nichts, gar nichts!)

Mein Körper will einfach nicht. Stellt sich irgendwo eine leichte Besserung ein, kommt am nächsten Tag entweder ein heftiger Rückfall oder eine andere Stelle, die bisher schmerzfrei war, tut plötzlich weh und versagt den Dienst. Es ist zum Mäusemelken! Ich muss Geduld haben.

Und da ist die Angst, ob andere mir diese Zeit geben. Wenn es nach meinen Vorgesetzten und Kollegen ginge, müsste ich mir vermutlich keine Gedanken machen. Aber sie sind nicht diejenigen, die darüber entscheiden, wer der neuen Umorganisation zum Opfer fällt und „eingespart“ wird.

Im Herbst habe ich über einen Sozialverband den Schwerbehindertenausweis beantragt. Immerhin brauche ich seit über einem halben Jahr eine Unterarmgehstütze. Meine Toilette ist seit dem Sommer ein Thron; ich habe eine WC-Sitzerhöhung montieren lassen, weil der normale Sitz zu tief war und ich nicht aufstehen konnte. Dicke Kissen polstern nicht etwa meinen Steiß – sie erhöhen Stühle und Sessel, weil die übliche Sitzposition zu tief ist. Von den weiteren massiven Problemen im Alltag, die morgens schon beim Zähne-putzen und Anziehen beginnen, will ich gar nicht reden. Vom Amt habe ich noch nichts ge-hört. Der Sozialverband stellt jetzt auf meine Bitte eine Anfrage. Die muss das Amt beant-worten, sagte man mir. Aber aus der Wartezeit von vier Monaten, wie es noch im Septem-ber hieß, sind inzwischen sechs, sieben Monate geworden. Vor April, Mail werde ich kaum eine Entscheidung des Versorgungsamts erhalten. Wieder muss ich mich gedulden.

Wegen der Reha habe ich viel im Netz recherchiert. Bad Pyrmont ist derzeit meine erste Wahl. Sowohl der Netzauftritt, die Lage des Ortes und der Klinik im Ort als auch Qualifi-kation der Ärzte bezüglich Nebenerkrankungen und die Bewertungen von Patienten spre-chen für Bad Pyrmont in Nordrhein-Westfalen.

Ich habe auch nach Rehakliniken geschaut, die meine Krankenkasse betreibt. Ich habe die leise Ahnung, dass man mich dahin schicken will. Zum Glück gibt es nur eine, die auf rheumatische Erkrankungen ausgelegt ist und die liegt tief im Süden, schon fast in der Schweiz (also da, wo man eine Halskrankheit als Sprache hat). Klar, die Ecke würde mich auch total reizen. So ein bisschen touristische Erkundung als Freizeitprogramm schätze ich sehr. Aber es ist mir angesichts meiner gesundheitlichen Probleme viel zu weit. Wer weiß, ob ich überhaupt die Umgebung besichtigen kann – je nachdem, wie man mich in der Reha beansprucht.

Ihr seht, es geht gesundheitlich nicht recht voran; ich habe zu tun, dass meine Ängste nicht überhand nehmen, aber ich kann mich noch freuen. In eine echte, tiefe Depression bin ich bisher noch nicht wieder gestürzt, glaub ich. Vielleicht liegt das auch an der kleinen rosafarbenen Pille, die ich seit September nehmen muss – wenigstens ein Medikament, das wirkt.

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